Zwanzigtausend Schweizer Unternehmen pro Jahr brauchen einen neuen Eigentümer
Nachfolge wird meist als Familienthema besprochen. Auf nationaler Ebene gelesen ist sie etwas anderes: ein stetiger, vorhersehbarer Eigentumsübergang über ein Sechstel der Schweizer KMU-Wirtschaft, überwiegend spät geplant und teilweise gar nicht.
Beginnen wir mit der Zahl, die am häufigsten zitiert wird. Die Daten von Dun & Bradstreet 2024 weisen 101'427 Schweizer Unternehmen mit ungelöster Nachfolge aus — rund 16% des Schweizer KMU-Universums. Keine Unternehmen in Schwierigkeiten, und keine zum Verkauf stehenden Unternehmen. Unternehmen, bei denen die Frage, wer übernimmt, noch keine Antwort hat.
Zwei weitere Zahlen rahmen das ein. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Studie der HSG und der UBS schätzt, dass bis 2030 über 100'000 Schweizer Familienunternehmen einen Generationenwechsel durchlaufen werden. Und das KMU-Portal des Bundes nennt rund 20'000 Unternehmen pro Jahr, die eine Übergabe benötigen, im Fünfjahresmedian.
101'427
Schweizer Unternehmen mit ungelöster Nachfolge — rund 16% aller KMU. Dun & Bradstreet, 2024.
100'000+
Familienunternehmen vor einem Generationenwechsel bis 2030. HSG / UBS, Mai 2026.
≈20'000
Unternehmen, die jährlich eine Übergabe benötigen, Fünfjahresmedian. KMU-Portal des Bundes.
Was aus ihnen wird
Zwanzigtausend Übergaben im Jahr heisst nicht, dass zwanzigtausend Unternehmen verschwinden. Sie lösen sich, grob gesagt, in vier Richtungen auf. Die Anteile stammen vom KMU-Portal des Bundes, das sie einer Erhebung der Credit Suisse vom September 2023 entnimmt:
- ≈42%
Familiennachfolge — Übertragung in direkter Verwandtschaftslinie.
- ≈23%
Interne Nachfolge — Mitarbeitende oder Mitglieder der Geschäftsleitung, die nicht zur Familie gehören: ein MBO, oder ein langjähriges Team, das übernimmt.
- ≈11%
Andere Verwandte — Geschwister, Nichten und Neffen, Cousins, der Ehepartner.
- der Rest
Verkauf an Dritte: an einen strategischen Käufer, an einen Finanzinvestor, ein MBI durch externe Führungskräfte, oder eine ganz andere Lösung.
Die ersten drei ergeben zusammen rund drei Viertel. Das verbleibende Viertel — in dieser Grössenordnung vier- bis fünftausend Unternehmen im Jahr — muss einen Eigentümer ausserhalb der Familie und ausserhalb des Hauses finden. Das ist der Teil, den man genau anschauen sollte, und es ist der Teil, den der Schweizer Markt am schlechtesten bedient.
Ein Unternehmen mit zwei Millionen Umsatz und acht Mitarbeitenden ist zu klein für eine Investmentbank und zu wichtig, um per Inserat verkauft zu werden.
Die Lücke in der Mitte
Eigentümer in dieser Grössenklasse haben ein besonderes Problem. Diskretion und Reichweite ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Sagen Sie es niemandem, finden Sie keinen Käufer; sagen Sie es dem Markt, erfahren Mitarbeitende, Kunden und Wettbewerber, dass Sie gehen, bevor Sie entschieden haben, an wen. Die meisten lösen die Spannung durch Warten — deshalb wird Nachfolge in der Schweiz so verlässlich spät geplant.
Die Kosten des Wartens sind nicht abstrakt. Ein über drei Jahre vorbereiteter Verkauf und ein über drei Monate vorbereiteter sind verschiedene Transaktionen zu verschiedenen Preisen, und die Differenz lässt sich selten aufholen.
Was wir gebaut haben
Wir sehen das aus der Nähe. Ein guter Teil unserer Arbeit ist mit eigentümergeführten Unternehmen, und das Nachfolgegespräch erreicht uns Jahre bevor es irgendjemanden sonst erreicht. Deshalb haben wir 2026 SME Market eröffnet, einen privaten Marktplatz für Schweizer KMU-Transaktionen, betrieben von der IBEX SERVICES SA nach schweizerischem Recht.
Die Konstruktion beantwortet diese Spannung direkt. Öffentliche Inserate sind bauartbedingt anonymisiert — Branche, Kanton, Umsatz- und EBITDA-Bandbreiten, Personalbestand, Gründungsjahr, Transaktionsart, und nichts, was das Unternehmen identifiziert. Jedes Mandat trägt eine LOT-Kennung und ein Prüfsiegel. Identität und wirtschaftliche Berechtigung werden gegen das eidgenössische Handelsregister sowie gegen Sanktions- und PEP-Listen geprüft, auf beiden Seiten: Käufer sind institutionelle Erwerber, Family Offices und qualifizierte private Käufer, und Anfragen aus dem Retail- oder spekulativen Umfeld werden bei der Prüfung abgewiesen.
Ein Käufer erhält das vollständige Dossier erst nach Unterzeichnung einer transaktionsbezogenen Geheimhaltungsvereinbarung. Der Verkäufer behält das Recht, jede einzelne Vorstellung abzulehnen. Verhandelt wird direkt zwischen den Parteien: die Plattform stellt den Datenraum, die strukturierten Fragen und Antworten, die Nachrichtenfunktion — und hält sich aus der Sache heraus. Sie vertritt keine Seite, schlägt keine Konditionen vor und hält nie Aktien, Gelder oder Vermögenswerte. Die Abwicklung läuft von Bank zu Bank.
Die Honorare sind veröffentlicht statt im Dunkeln verhandelt: 2,50% des gesamten Transaktionswerts bei Vollzug, mit einem Minimum von CHF 5'000 je Seite, und einer Nachlauffrist von 24 Monaten. Treuhänder, die einen Kunden vorstellen, erhalten 1,25%. Nach Art. 400 Abs. 1 OR steht diese Provision dem Kunden zu und nicht der vorstellenden Person, und Offenlegung befreit nicht von der Ablieferungspflicht: behalten werden darf sie nur, wenn der Kunde — vorgängig über Berechnungsgrundlage und Grössenordnung informiert — ausdrücklich darauf verzichtet hat. Das Gesetz schreibt für diesen Verzicht keine Form vor; beweisen muss ihn, wer die Provision behält, und deshalb verlangen wir von der vorstellenden Treuhandperson, ihn schriftlich einzuholen, bevor die Provision ausbezahlt wird. Diese Bedingung haben wir bewusst hineingeschrieben. Die Pflicht eines Beraters gegenüber seiner Kundschaft soll für uns nicht stillschweigend etwas wert sein.
Wenn eine Übergabe in Ihren nächsten fünf Jahren liegt
Die steuerliche und rechtliche Vorarbeit bestimmt, welche Möglichkeiten Sie später haben, und fast alles davon muss erledigt sein, bevor ein Käufer auftaucht. Wie die Aktien gehalten werden, ob operatives Geschäft und Liegenschaften in derselben Gesellschaft liegen, was ein Verkauf persönlich auslösen würde, ob das Unternehmen in seiner heutigen Form überhaupt verkäuflich ist: das lässt sich jetzt beantworten, in aller Ruhe, ohne dass jemand ausserhalb des Raumes erfährt, dass Sie gefragt haben.
Dieses Gespräch kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Es ist zugleich das Einzige, was das Ergebnis einer Schweizer Nachfolge am verlässlichsten verbessert.
Quellen
Dun & Bradstreet, Daten 2024 zu Schweizer Unternehmen mit ungelöster Nachfolge. Studie der HSG und der UBS, veröffentlicht im Mai 2026, zum Generationenwechsel in Schweizer Familienunternehmen. KMU-Portal des Bundes: die Schätzung der jährlich zu übergebenden Unternehmen im Fünfjahresmedian sowie die Aufteilung der Nachfolgeformen, die das Portal aus der Credit Suisse «Umfrage zur Unternehmensnachfolge 2022» vom September 2023 übernimmt. Funktionsweise der Plattform und Konditionen wie auf smemarket.ch veröffentlicht.
Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen mit Stand des Veröffentlichungsdatums. Er ist keine Beratung im Einzelfall; die Behandlung einer konkreten Struktur hängt von deren Sachverhalt ab.
Sie denken darüber nach, wollen es aber noch nicht sagen.
Die meisten ersten Gespräche über Nachfolge finden Jahre vor jeder Entscheidung statt, und nichts verlässt den Raum. Das ist der richtige Zeitpunkt dafür.